Hi, krizz

Werde begruesst. Lerne wieder zu schreiben, loszulassen, wie ein Tagebuch. Sieht gut aus.

Habe viel nachgedacht in der wenigen Zeit, habe viel Zeit damit verbracht, keine zu haben. Habe gelernt, dass alte Helden ihre Trickkiste vergraben haben – und gelernt, ihnen die Beachtung zu schenken, die sie verdienen.

Keine.

Habe verstehen gelernt, dass der Schein schon immer truegte – wie minutioes Schuhe platziert werden koennen, wie einem Arrangement mehr Zeit abverlangt werden kann, als dem Zustand, der dargestellt werden soll. Habe gelernt, die Stirn zu bieten. Ich habe mich mit Gott geprügelt. Ich hab’ Dämonen gesagt, was mir nicht passt.

Habe einen Platz gefunden, habe ihn verteidigt, habe Weinen ge- und wieder verlernt – und lerne es trotzdem jeden Tag erneut.

So vieles war und ist gewesen, so viele Tueren. So viele Flure. Ein Haus, auf Stelzen – nannte es Sicherheit; Gelogen war nichts, nur verflogen.

Wir tanzen jetzt wieder – also nicht wie auf einer Hochzeit, sondern eher wie ein Gruselkabinett, aber ich spreche mit keiner Krankheit mehr, so wie ich nicht mehr ueber Menschen spreche. Denn jeder Fluss geht seine Biegung und begraebt sein Herz.

Was mich stoert, ist, wie ach so schoen die Melancholie ist, und die Musik so nah geht – und das Verstaendnis dafuer so fern bleibt. Ich muss nicht ungluecklich verliebt sein, um The National zu hoeren. Oder jemandem nachtrauern. Oder jemandem zutrauern, oder trauern. Manchmal reicht eine Liebe zur Musik und zu den Toenen.

Rechtfertigen macht viel mehr Spass, wenn man nicht unterbrochen wird, wenn die einzige Wahrheit im eigenen Kopf herrscht, wenn eine Ebene bestand hat. Ich halte Kompromisse nicht fuer Schwachsinn, aber Schwachsinn. Den halte ich dafuer. Manchmal in den Haenden, haeufiger auf der Zunge.

Ich halte das hier uebrigens noch immer fuer Kunst, mich aber nicht mehr fuer einen Kuenstler. Das schreit mir keiner mehr ins Ohr und ich nicht mehr in ein Mikrofon, aber das halte ich fuer okay. Das Leben holt uns am Ende sowieso immer ein – und dann steht man nun entweder auf Stelzen, laesst es vorbeiziehen, von oben herab, oder aber: Wir hoeren auf.

Denn irgendwann in den letzten 5 Jahren habe ich angefangen, damit aufzuhoeren.

Hi, krizz