Norwegen

So. Ich mache also meinen ersten Solo-Urlaub. In Norwegen.

Gebucht sind: Flug und Mietwagen fuer 8 Tage.

Verboten sind: Hotels, Hostels, AirBNBs, etc.

Keine Plaene, keine Buchungen. Zwei bis drei feste Ziele und der Rest der Zeit wird nach Gusto verbracht. Nur Natur. Gerne weg, keine Menschen, kein Telefon (Ausser fuer Musik, manchmal.).

Kein Campervan. Ein Zelt. Eine minimale Ausruestung.

Nur Natur.

Gruen.

Wurde auch mal Zeit. Leben – ohne Stress.
Wurde auch mal Zeit. Leben.

Norwegen

Capsized

Es sind die vielen Fragen, auf die ich keine Antworten finde. Nicht die schlechten Ideen, nicht die viel zu vielen Dinge, ueber die wir spaeter viel zu viel nachdenken. Kein Analyse der Worte oder der Bewegung. Es sind die viel zu vielen Fragen, die mich dann ereilen und erreichen.

Wie oft man sich wohl im Leben trifft? Und wie oft hoert man sich an, dass es nochmal passieren sollte?

Capsized

Ich habe…

Ich habe mir, als ich meinen Arbeitsvertrag unterschrieb, ein bisschen geschworen, weder die langen, noch die kurzen Wurzeln zu vergessen. Nicht leugnen, nicht einlullen lassen. Traeume kommen einem nicht zugeflogen: Sie sind mit durchaus mehr Schmerz verbunden, als Pflaster halten koennten. Oder wollten.

Jetzt sitze Ich in meiner Suppe und koechel die Reste, weiss gar nicht mehr, was davon noch da ist, ausser dem bisschen Klugschiss. Ist es nur noch Methodenwissen oder zeigt dieses Blatt Papier noch Wirkung? Schmeckt das Bier jetzt besser, weil es (das Bier) nicht mehr weh tut?

Es sind mehr Ecken und Kanten und so viele kleine Verstecke. Kleine Quirks, die in ihrer Gesamtheit ein Puzzle stellen. So wie diese alle hier. Alles kleine Fragmente. Weil ich immer nur den Finger von den Mund halte, andere zuenden schon Streichhoelzer an, waehrend noch andere die Flagge hissen.

Ich habe mich selbst durchschaut, ich weiss jetzt, was all das heissen soll.

Weiss nun, wie das Kopfschuetteln nur noch mehr Kopfschuetteln ausloest.
Weiss nun, dass ich nur das Theorem verfolge, aber niemals die Formel.
Weiss nun, warum ich die Worte anderer fuer mich singen lasse.

Weiss nun aber, dass all das in der Regel am Thema vorbei rauscht. Muss mich setzen. Will nicht durchfallen.

Ich habe…

Hi, krizz

Werde begruesst. Lerne wieder zu schreiben, loszulassen, wie ein Tagebuch. Sieht gut aus.

Habe viel nachgedacht in der wenigen Zeit, habe viel Zeit damit verbracht, keine zu haben. Habe gelernt, dass alte Helden ihre Trickkiste vergraben haben – und gelernt, ihnen die Beachtung zu schenken, die sie verdienen.

Keine.

Habe verstehen gelernt, dass der Schein schon immer truegte – wie minutioes Schuhe platziert werden koennen, wie einem Arrangement mehr Zeit abverlangt werden kann, als dem Zustand, der dargestellt werden soll. Habe gelernt, die Stirn zu bieten. Ich habe mich mit Gott geprügelt. Ich hab’ Dämonen gesagt, was mir nicht passt.

Habe einen Platz gefunden, habe ihn verteidigt, habe Weinen ge- und wieder verlernt – und lerne es trotzdem jeden Tag erneut.

So vieles war und ist gewesen, so viele Tueren. So viele Flure. Ein Haus, auf Stelzen – nannte es Sicherheit; Gelogen war nichts, nur verflogen.

Wir tanzen jetzt wieder – also nicht wie auf einer Hochzeit, sondern eher wie ein Gruselkabinett, aber ich spreche mit keiner Krankheit mehr, so wie ich nicht mehr ueber Menschen spreche. Denn jeder Fluss geht seine Biegung und begraebt sein Herz.

Was mich stoert, ist, wie ach so schoen die Melancholie ist, und die Musik so nah geht – und das Verstaendnis dafuer so fern bleibt. Ich muss nicht ungluecklich verliebt sein, um The National zu hoeren. Oder jemandem nachtrauern. Oder jemandem zutrauern, oder trauern. Manchmal reicht eine Liebe zur Musik und zu den Toenen.

Rechtfertigen macht viel mehr Spass, wenn man nicht unterbrochen wird, wenn die einzige Wahrheit im eigenen Kopf herrscht, wenn eine Ebene bestand hat. Ich halte Kompromisse nicht fuer Schwachsinn, aber Schwachsinn. Den halte ich dafuer. Manchmal in den Haenden, haeufiger auf der Zunge.

Ich halte das hier uebrigens noch immer fuer Kunst, mich aber nicht mehr fuer einen Kuenstler. Das schreit mir keiner mehr ins Ohr und ich nicht mehr in ein Mikrofon, aber das halte ich fuer okay. Das Leben holt uns am Ende sowieso immer ein – und dann steht man nun entweder auf Stelzen, laesst es vorbeiziehen, von oben herab, oder aber: Wir hoeren auf.

Denn irgendwann in den letzten 5 Jahren habe ich angefangen, damit aufzuhoeren.

Hi, krizz