Hm.

Ich wuenschte, wir haetten uns frueher kennen gelernt” – und gedacht dann der Nebensatz “, dann waeren mir so viele Dinge erspart geblieben.”.

Und damit habe ich ein Problem. Mit diesem Nebensatz. Mit diesen Gedanken. Mit diesem Sein. “Ich wuenschte, all diese Fehler waeren mir dann nicht passiert.

Und dann vergisst du, dass die Fehler vielleicht noetig waren, um vom Moment viel mehr kosten zu koennen.
Und dann vergisst du, dass die Narben dich so agieren lassen, wie du nunmal agierst.
Und dann vergisst du, dass die Dankbarkeit dich nur so und so weit kommen liesse.

Und du schwelgst; Malst dem Gewesenen einen schwarzen Anzug auf die Haut. Wenn der so gut passt, wie du deinem Selbstmitleid, dann ist es Massarbeit. Gehe weit entfernt von dem auf und ab im Leben, weisst nur noch um die Spirale nach unten bescheid. Gehst du nur auf Glasscherben, von zerbrochenen Flaschen, an die Wand geworfen; Aus Frust und toleranzlosem Rueckblick. Du wuenschtest, deine alten Traeume waeren verschwunden.

Doch sie waeren es noch heute, wenn sie nie da gewesen waeren, wenn sie nur Fantasie waeren; Wenn du noch immer von deinem Prinzen traeumst, von dem einen Prinzen, der ein oder kein Kostuem traegt und trug. Wenn die Realitaet dich nie eingeholt haette, sag mir: Wie weit wuerdest du heute gehen? Sag mir, wie gern haettest du es heute gehabt? Sag mir, wieviel Glueck haette es dir wirklich erspart?

Wenn es doch nur Gefuehle sind, die du mit deiner Erfahrung vereinbaren kannst. Wenn es doch nur Gedanken sind, die du mit alten verglichest. Wenn du dich nie vor Schmerz gekruemmt haettest, wenn du nie zu lange wach im Bett gelegen haettest, mit Tagtraeumen um halb drei Uhr morgens? Wieviel waere von der Wohligkeit, die dich nun umgibt, mit allen Facetten, noch uebrig?

Wenn dein Leben in der Vergangenheit vergraben liegt und du nicht nur den Schluessel verloren, sondern auch die Schatzkarte vergraben haettest.

Sag mir, wie glaubst du, wuerdest du dich heute fuehlen?

Besser? Schlechter?

Ich sage, dass uns alles zu dem formt, dass wir heute sind. Sage, dass wir uns dankbarer zeigen sollten, dass wir trotzdem noch fuehlen koennen. Wenn wir wollen.

Wenn man wollte.

Mal gucken, wann die Uhr wieder schlaegt. Ich weiss, dass die Vergangenheit nicht schlecht ist. Ich weiss, dass sie nicht immer rosig war. Aber sie war wir. Alles, was uns jetzt bleibt, sind Erinnerungen. Und wir sollten sie nicht grundlos schwarz malen. Wir sollten sie so in uns halten, wie sie war. Denn nur so sind wir in der Lage, das Heute wahrzunehmen. Auch wenn es manchmal weh tut.

Wir sollten mehr lachen – und nicht mehr aufhoeren damit. Und dann sollten wir diese Erinnerungen in den Arm nehmen. Und mit ihnen lachen – nicht ueber sie.

Hm.

Post.

Post Trinus also. Das Abenteuer war sehr Meta, davor und waehrenddessen. Jetzt bin ich post und dankbar.

Fuer die Offenheit, fuer die Menschen, fuer die Zeit, die Stille, die Schreie, manchmal auf fuer Roxette. Fuer Worte, Buecher und Musik. Fuer mehr Sushi im Park, fuer eine der besten Falafeln der Welt. Fuer Pool und Shuffleboard, und Dead Cells. Fuer Zelte, kaputte Iso-Matten, durchgebrannte Kochtoepfe und ein bisschen Bier. Fuer Berlin, Ingolstadt, Manchester, Halden. Fuer die Berge und die nicht untergehende Sonne. Fuer 12 Betten in Zimmer 101. Fuer die Bergenbahn. Und Plaene, und viele, viele Plaene. Fuer die noch fehlende Bon Iver EP. Fuer Oslo Pride. Komische E-Scooter, die uns wie Touristen aussehen lassen.

Fuer mehr Wanderkleidung in der Metropole.

Fuer die Liebe, die Ruhe, die der inneren Unruhe dann notlos wich und vice versa. Fuer die duemmsten und die schoensten Themen und das Wissen, dass ein Gespuer funktioniert. Dafuer, dass der Stolz der Notwendigkeit weicht und man sich so retten kann.

Das waren nur 8 Tage. Stellt euch vor, was in mehreren Wochen passieren kann, wenn man der Welt mit offenen Armen begegnet. Wenn der Ernst endlich weicht, man nicht mehr jeden Gedanken und jede Muenze doppelt umdreht, um die Seiten zu vergleichen. Wenn man sich traut. Wenn man sich traut, einfach zu leben. Einfach Leben.

Post.

Norwegen

So. Ich mache also meinen ersten Solo-Urlaub. In Norwegen.

Gebucht sind: Flug und Mietwagen fuer 8 Tage.

Verboten sind: Hotels, Hostels, AirBNBs, etc.

Keine Plaene, keine Buchungen. Zwei bis drei feste Ziele und der Rest der Zeit wird nach Gusto verbracht. Nur Natur. Gerne weg, keine Menschen, kein Telefon (Ausser fuer Musik, manchmal.).

Kein Campervan. Ein Zelt. Eine minimale Ausruestung.

Nur Natur.

Gruen.

Wurde auch mal Zeit. Leben – ohne Stress.
Wurde auch mal Zeit. Leben.

Norwegen

Capsized

Es sind die vielen Fragen, auf die ich keine Antworten finde. Nicht die schlechten Ideen, nicht die viel zu vielen Dinge, ueber die wir spaeter viel zu viel nachdenken. Kein Analyse der Worte oder der Bewegung. Es sind die viel zu vielen Fragen, die mich dann ereilen und erreichen.

Wie oft man sich wohl im Leben trifft? Und wie oft hoert man sich an, dass es nochmal passieren sollte?

Capsized