Zombies auf WhatsApp

Aus aktuellem Anlass einmal ein Text meines letzten Poetry Slams, hat ja ganz gut gepasst. Thematisch auch.

Untertitel: Wie dein kuerzliches Onlinesein mich sehr traurig machte.

Wir sind immer erreichbar. Wir rennen wie Zombies auf den Straßen mit gesenktem Blick. Wir sind nicht traurig, denn das Smartphone gibt uns Licht. Sind sozial, lieber im Internet als in der Kneipe. Ein vibrieren als Alarm, dass da jemand vielleicht an uns denkt. Und wenn es der Spambot aus Indonesien ist. Jemand denkt an uns. Das ist wichtig. Das gibt uns Kraft.

Aber vielleicht will ich gar nicht erreichbar sein. Vielleicht will ich gar nicht, dass du siehst, ob und wann ich online war und ob ich deine Nachricht gelesen habe und du dich danach fragen kannst, warum ich nicht geantwortet habe? Ob ich nicht lieber mit jemand anderem schreibe, oder was ich gerade tue? Vielleicht trinke ich gerade, vielleicht liege ich im Bett. Alleine oder nicht. Vielleicht machen wir uns auch einfach viel zu viele Gedanken und interpretieren viel zu viel in einen Zeitstempel auf unserem Handy?

Vielleicht bist du mir ja auch scheiss egal oder zu wichtig, als dass ich schlecht drauf bin und dir nicht schreiben will, damit es dir nicht auch schlecht geht. Vielleicht gibst du mir auch einfach nicht das Gefühl, gebraucht zu werden. Und dann schreibst du auch nicht mehr, weil ich ja auch nicht schreibe. Merkt ihr, was für ein verkacktes Spiel wir hier spielen? Das ist Bullshit auf höchstem Niveau, das ist Schwachsinn. Und dir ist das wichtig. Du stellst dir die Fragen lieber selber als mir. Schwachsinn. Und am Ende ist genau das der Grund, warum ich nicht antworte, warum ich online gehe, nur damit jemand denkt, ich war online. Vielleicht fragst du ja irgendwann doch mal.

Und dann fragst du sowas wie „Warum zur Hölle warst du seit einem Tag nicht mehr online?“.

Wie degenerativ sind wir, dass DAS die Fragen sind, die uns dann beschäftigen? Sind wir so kaputt gegangen, dass wir nicht einmal mehr sagen können, was wir fühlen, was uns bewegt? Dass wir den Gemütszustand des anderen anhand seiner Reaktionszeit bei WhatsApp interpretieren wollen?

Und was ist aus dem Satz „Taten sind lauter als Worte“ geworden? Ist ein „du bist mir wichtig“ wichtiger als das Gefühl zu vermitteln, irgendwo richtig zu sein? Etwas Richtiges zu tun? Etwas Wichtiges zu tun?

Nein, dann kommt auch noch Scheisse dabei rum, dann kommt ein „du bist gut.“. Und dann frage ich mich, ob ich nicht doch ein Hipster sein möchte, der auf all diese Formen der Kommunikation verzichten kann, der lieber fühlt als redet, der das Telefon prinzipiell ablehnt, weil es besser ist in ein Gesicht zu schauen, wenn man sich was zu sagen hat.

Ist es wirklich so viel besser, den Partner bei Facebook auf seinem Profilfoto zu haben als die Zeit, die man miteinander verbringt zu genießen? Ist es wichtiger mit einem YouTube Video zu beweisen, dass man auf einem Konzert war, als währenddessen die Augen zu schließen und einfach abzudriften?

Macht die Musik von Spotify mehr Spass, sind die Filme auf Maxdome wirklich besser, die Bücher auf dem Kindle wirklich lesenswerter? Wenn du keine andere Wahl mehr hast, als Online zu verkünden, dass du gehört, gesehen oder gelesen hast? Was ist mit den Eindrücken, die du hast, wo ist das gewollt unperfekte? Ein gelesenes Buch hat Macken, hat Kanten, eingerissene Seiten, es hat Charakter. Die Datei auf dem internen Speicher vom Kindle hat einen Datenbereich, wo steht „gekauft am“ und das war es dann auch schon.

Wir wollen immer größere Wohnungen, diese dann aber nicht mit Erfahrungen zustellen. Ein Tablet für Musik, Filme und Bücher, das muss reichen. Was anderes würde doch sowieso verstauben. Und blättern kann man ja auch im Internet, dann klickst du auf einen Knopf und hast das Medium direkt parat. Vorfreude ist befremdlich wie der Nachbar, den man gar nicht mehr kennenlernen möchte. Sozial sein kann ich auch im Internet.

Und dann bekomme ich ein like für das Buch. Weil ich es gelesen habe. Direkt darunter lese ich noch einen Kommentar

„Hahaha du liest noch Bücher?“.

Und genau deshalb Antworte ich dir nicht.

Depression

And one of the things that often gets lost in discussions of depression is that you know it’s ridiculous. You know it’s ridiculous while you’re experiencing it. You know that most people manage to listen to their messages and eat lunch and organize themselves to take a shower and go out the front door and that it’s not a big deal, and yet you are nonetheless in its grip and you are unable to figure out any way around it. And so I began to feel myself doing less and thinking less and feeling less. It was a kind of nullity.

http://www.ted.com/talks/andrew_solomon_depression_the_secret_we_share

Watch it.

Pinguine

Ob wir eigentlich jemals begreifen, wie klein und unbedeutend wir und unsere Schicksale wirklich sind?

Ob der Schlipstraeger auf der Geschaeftsreise in das naechste Hochindustrialisierte Land dieser welt einmal realisiert, dass ausser selbst gar nichts bewegt wird?

Ausser abfaelligen Blicken auf jene, die sich nicht in ihr Schema herbalassen, haben die nichts vorzuweisen. Eure Ameisenkommandos am Handy kurz vor dem Abflug sind doch insgeheim Hilferufe danach, dass ihr euch habt einsperren lassen. Und dann feiert ihr euer Kaefigdasein mit Champagner und Kaviar aus dem Supermarkt. Noch schnell bei Facebook posten, dass man ausnahmslos seinem eigenen Anspruch wieder einmal gerecht geworden ist.

Und darum sollt ihr beneidet werden?

Schuluniformierte Pinguine, die nach ihrem sein in der Vergessen versinken.

Niemand kennt eure Namen und das stoert eben auch niemanden.

if you stick

with something for more than a year it can’t be that bad for you. you’re happier than you’d ever admit, i guess.

if you’d be consequent you would’ve done something a long time ago, you’d be in another place. i’d be in another place. we’d be somewhere else.

but you made your choice, i made mine.

remember what you said, remember what you did. and now see how it turned out to be. i’m up here. and i’m not coming down so soon.

now what goes up…

oh this life isn’t that bad in the end. sometimes the worst things turn out to be the best, sometimes you just shouldn’t stop holding your head up. move on, go on, jump on, it’s your one life and you can’t waste it.

things that were good need to be left behind, just for creating something better, bigger, stronger. boundaries are meant to be broken.

COME ON, YOU PEOPLE! THIS LIFE ISN’T OVER YET! STOP PRETENDING TO BE HELPLESS!

come on and listen to justin vernon, deyarmond edison, bon iver, volcano choir or mount vernon. enjoy life, it’s meant to be enjoyed.

the things they don’t tell you

the things they don’t want you to know, the things they think you don’t know. those are the things that matter most. the things they’re trying to hide. the things that make you suffer when they come out. the things they’ll try to make you suffer from.

but no, you won’t suffer, you don’t suffer. the one that’s suffering is the one to try to hide what’s deep inside. the ones that are leaving as soon as something shows, the ones that are scared of what’s inside. the ones that won’t even fight even if they know it’s their last fucking chance. the ones who always think they’re the one to fight for. the ones who think they’re above it all. above you, above all of your friends.

you are the suffering. and the moment you realize, it is too late to be sorry, it has just begun to hurt. guess what?

if i just want to see you throwing the first stone, taking a first leap, making progress, anything then i am hopeless, then i could wait forever. you could wait forever, stick to the plans, to the fucked up plans you’re making, you’re trying us to make. a promise broken is still a broken promise. and if we measure my words versus your words, you are losing without even standing a chance. and now ask yourself why, ask yourself why you’re suffering.

you still think it’s not your fault, do you?

oh fuck you then.

i don’t owe you shit, who’s paying? who the fuck is paying your life? who the fuck do you think you fucking are?

you’re nothing but an idiot running around in life getting older and older and older and older. reaching for nothing. getting nowhere.

fuck you and your fucking demands, fuck you for trying to piss me off. i could fucking CLOSE YOU OUT OF THE FUCKING THING! but i don’t. because i’m not a fucking dipshit like you are. you have nothing on me, not a single fucking thing.

guess what? just fuck you. it was the right decision. because you’re a fucking idiot.

about grumbling

now seriously, i thought that was clear enough. i don’t want to tell you what’s going on, you wouldn’t want to know, because you’d suddenly be all like “WAT?” again. but you dug your own grave.

you are seriously upset? sad? anything? at all? after all? after what? you let me down when i needed you the most. you let me down, just shut down communication, when i was down. when i needed help. but it was other people who took my hand and helped me getting up again. it wasn’t you.

and now that i’m standing, even jumping, even happy, even smiling ever after, you want it all back? i don’t. guess you need to go to one of those that don’t scratch. they might be better for you anyway.

guess what?

don’t panic. you’ll find someone that suits you, that wants to suit you. happy ever after. and apart from william fitzsimmons’ song i will fucking let you down.